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11 Hinweise für optimale Trinkwasserhygiene

Ungetrübter Trinkwassergenuss 

Hygienisch einwandfreies Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und eine nicht zu unterschätzende Grundlage für unsere Gesundheit. Alle negativen Einflüsse auf die Qualität unseres Trinkwassers - Blei, Legionellen, andere chemische oder biologische Verunreinigungen - müssen daher unter allen Umständen vermieden werden.

1. Gründe für Qualitätseinbußen

Eine Verschlechterung der Trinkwasserqualität kann unter anderem durch die Rohrleitungsinstallation, durch Kontakt mit ungeeigneten Werkstoffen, Stagnation in weniger genutzten Leitungsabschnitten und Erwärmung eintreten. Werden diese Faktoren bei einer Trinkwasserinstallation außer Acht gelassen, wird das Wachstum von Bakterien gefördert.

Dies kann zu gesundheitlichen Schäden bis hin zu einer Gefährdung für Leib und Leben führen.

Rohrleitungssysteme von SANHA erfüllen die hohen Ansprüche an den verwendeten Werkstoff in vollem Umfang. Je nach Anwendungsfall und Trinkwasserbeschaffenheit stehen bei uns Systeme aus verschiedenen Edelstahlsorten, Kupfer, bleifreien siliziumhaltigen Kupferlegierungen und/oder Kunststoff zur Verfügung, die stets eine bedarfsgerechte Lösung ermöglichen und einen optimalen Schutz der Trinkwassergüte gewährleisten.

Neben dem verwendeten Material spielt auch die Installationstechnik eine sehr bedeutende Rolle. Zusätzlich zur richtigen Auswahl hygienegerechter Werkstoffe und Anlagenkomponenten ist natürlich eine auf die Hygiene abgestimmte Anlagenplanung eine Grundvoraussetzung für die Qualität, Haltbarkeit und Nachhaltigkeit einer Trinkwasserinstallation. In den letzten Jahren ist aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen immer deutlicher geworden, dass Bakterien aus dem Trinkwasser weit mehr für Infektionen verantwortlich sind, als bisher vermutet.

Daher muss sich der Blick von Ingenieuren, Verarbeitern und Betreibern verstärkt auf dieses „mikrobiologische Problem“ richten, um jederzeit hygienisch einwandfreies, reines Trinkwasser an den Entnahmestellen sicher zu stellen. Die nachstehenden Ausführungen sollen dem Planer, dem Verarbeiter und dem Betreiber einen allgemeinen Überblick über die für Trinkwasserinstallationen relevanten Leitbakterien, hygienegerechte Installationsmethoden und die fachgerechte Inbetriebnahme vermitteln. 

2. Intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten

Die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer verantwortungsvollen, kontinuierlichen und intensiven Zusammenarbeit zwischen Planern, Verarbeitern und Betreibern gehört zum A und O bei der Planung und Ausführung einer Trinkwasserinstallation. Selbstverständlich?

Eigentlich ja. Dennoch kann die Bedeutung der Kooperation nicht oft genug betont werden, denn es muss nicht nur viel beachtet werden, sondern es steht auch einiges auf dem Spiel.

Jeder kennt das Phänomen: Alle Beteiligten arbeiten eigentlich gut zusammen, doch bei einem Abschnitt oder Teilprojekt geht jeder davon aus, dass der andere zuständig ist oder sich kümmert – und dann kümmert sich niemand. Dabei lässt sich das leicht vermeiden – und alle, ob Planer, Installateur, Bauleiter oder Bauherr – sollten sich dessen im Vorfeld bewusst sein. Schließlich gilt laut Infektionsschutz-Gesetz (IfSG), dass "Wasser für den menschlichen Gebrauch […] so beschaffen sein [muss], dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu besorgen ist". Die Installation umfasst nicht nur die Rohre und Fittings, sondern auch die Absperrventile, Wasserspeicher, die Zapfstellen, Armaturen und vieles mehr. Es geht um die richtige Installationsart (z. B. Schleifeninstallation mit Doppelwandscheiben), die Gewährleistung ausreichend hoher Temperaturen im Betrieb, die Einhaltung eines Mindestzeitraums für den Wasseraustausch, geodätische Höhe, Gleichzeitigkeitsfaktor uvm. und verantwortlich dafür sind v.a. der Installateur sowie der Planer.

Trinkwasserverordnung, DIN, DVGW, ZVSHK...

Hinzu kommt, dass die Gesetze, Vorschriften und Technischen Regeln nicht immer komplett überschaubar sind. Neben Trinkwasserverordnung und DIN EN 806 gelten die DIN EN 1717 (Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen) sowie in bestimmten Fällen – natürlich nicht in allen – nationale Erweiterungsnormen wie die DIN 1988-100 bis -600. Hinzu kommen DVGW W-Regeln, die VID 6023, ZVSHK-Merkblätter usw. usw. Da macht es doch Sinn, sich nicht auf einen Beteiligten und sein Elefantengedächtnis zu verlassen, sondern schlicht und ergreifend nachzufragen. Im Idealfall gibt es dazu einen schriftlichen Plan. Die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit wird auch dadurch unterstrichen, dass eine mangelhafte Trinkwasserqualität nach der zurzeit gültigen Trinkwasserverordnung einen Straftatbestand darstellt. Zudem gibt die DIN EN 806 (Technische Regeln Trinkwasserinstallation) vor, dass eine Installation für eine kalkulierte Lebensdauer von 50 Jahren den funktionalen Anforderungen entsprechen muss, keinen Schaden anrichten und die Gesundheit nicht gefährden darf.

Alleine schon hieraus leitet sich für jede Art von Trinkwasserinstallationen, also nicht nur für Hotels, Gastronomie, Krankenhäuser, Altenheime oder ähnliche Anlagen, sondern auch im Einfamilienhaus die Notwendigkeit ab, größte Sorgfalt bei der Beachtung hygienischer Aspekte walten zu lassen. Daher gilt auch hier: Wer redet, dem kann geholfen werden!

3. Leitbakterien zur Beurteilung der Trinkwassergüte

Legionellen unter dem Mikroskop, grün eingefärbt

Um eine hohe Trinkwasserqualität auch bis zur letzten Zapfstelle sicherzustellen, werden heute neben neuen Installationskonzepten von Rohrleitungen auch präventive Maßnahmen oder Prüfungen während der Nutzung eingesetzt. Dazu gehört u. a. die Prüfung auf Bakterien.

Gerade Bakterien und Keime im Trinkwasser können zu gesundheitlichen Problemen führen. Ab einer Größe von 400 l muss die Trinkwasseranlage daher auch in bestimmten Abständen kontrolliert werden. Zu den wichtigsten Leitbakterien zählen: 

Legionellen

Als wichtigster durch Trinkwasser übertragener Erreger gilt das Bakterium Pseudomona aeruginosa.

Dieses Bakterium findet bei Temperaturen zwischen 25 und 30 °C optimale Wachstumsbedingungen vor. Bei einer Wasseranalyse darf in 100 ml Wasser keiner dieser Erreger vorkommen. Das Robert-Koch-Institut hat bereits geringste Mengen dieses Erregers als „gesundheitlich bedenklich“ eingestuft.

Hat erst einmal eine Infektion mit diesem Erreger stattgefunden, lässt sie sich nur sehr schwer therapieren und kann beim Menschen zu schweren Organerkrankungen, teilweise sogar mit Todesfolge, führen. Ist eine Trinkwasseranlage von diesem Erreger befallen, ist in der Regel die sofortige Sperrung des Gebäudes und eine Totalsanierung der gesamten Trinkwasserinstallation unumgänglich.

Kolibakterium (E.coli) 

Dieses Bakterium kommt im menschlichen und tierischen Darm vor; ins Trinkwasser gehört es nicht. Allerdings gibt es immer wieder Berichte über Kontamination. Gerade in ländlichen Gebieten mit hoher landwirtschaftlicher Nutzung kann es zu einem Eintrag ins Grundwasser kommen. Das Bakterium verursacht u. a. Magen-Darm-Komplikationen, Blinddarm- und Bauchfellentzündungen. Ganz ähnlich wirkt ein weiterer Fäkalkeim, die Enterokokken - sie haben zudem eine besonders lange Lebensdauer.

Pseudomonaden

Dieses Bakterium ist ein Kaltwasserkeim. Besonders schlecht oder selten durchströmte Leitungsabschnitte können befallen sein. Diese treten bei fehlerhaft geplanten oder älteren Leitungssystemen auf (Stagnation). Gefahren: Lungenentzündungen oder Harnwegsinfekte.

Biofilm

Biofilme sind kein Bakterium oder Einzelkeim, sondern eine Schicht, die anderen Organismen Nahrung bietet. Daher gibt es auch keinen Grenzwert für Biofilme, sondern nur für bestimmte Keime. Sie bilden sich in kürzester Zeit in jeder Rohrleitung. Sie sind nicht in jedem Fall gesundheitsschädlich. Im Gegenteil, sie schützen zum Teil das Rohrinnere und helfen sogar dabei, das Wasser sauber zu halten. Die Bildung und Zusammensetzung des Biofilms hängt auch vom pH-Wert und der Wassertemperatur ab. Allerdings begünstigen sie auch die Einnistung gesundheitsgefährdender Bakterien wie Legionellen (s.o.).

4. Legionellengefahr

In Deutschland geht man von jährlich ca. 3000 Todesfällen aus, die auf die vom Bakterium Legionella pneumophila hervorgerufene Legionärskrankheit zurückgeführt werden können. Eine Infektionsgefahr besteht v. a. beim Einatmen von Aerosolen (Luft-/Wassergemischen), die in öffentlichen und privaten Duschbereichen und Whirlpoolanlagen immer vorhanden sind. Zur Vermeidung bzw. Beseitigung dieses Erregers ist es wichtig, dass das Trinkwasser über einen gewissen Zeitraum bis auf mindestens 70 °C aufgeheizt werden kann. Im DVGW-Arbeitsblatt W 551 sind Maßnahmen zur Vermeidung und Beseitigung dieser Bakterien beschrieben. Wird dieser Erreger in einer Trinkwasseranlage festgestellt, ist eine Beseitigung durch thermische Desinfektion in der Regel sehr gut möglich. Hierbei muss das Trinkwasser auf eine Temperatur zwischen 70 und 95 °C aufgeheizt werden. Das erwärmte Trinkwasser muss jeden Teil der Anlage erreichen.  

5. Organische Werkstoffe in Trinkwasseranlagen

Insbesondere bei der Verwendung organischer Werkstoffe muss sichergestellt werden, dass dadurch den Mikroorganismen kein Nährboden geboten wird. Solche organischen Materialien sind etwa EPDM-Dichtungen. Alle von SANHA für Dichtungen eingesetzten organischen Werkstoffe durchlaufen daher regelmäßig beim MPA Dortmund die erforderlichen chemischen und mikrobiologischen Prüfungen nach DVGW-Arbeitsblatt W 270.

Hierdurch wird kontinuierlich sichergestellt, dass in den SANHA-Installationssystemen ausschließlich Materialien höchster Qualität zum Einsatz kommen und eine negative Beeinflussung der Trinkwassergüte ausgeschlossen ist.  

6. Optimale Werkstoffe & Systeme

Doppelwandscheibe, bleifreie Kupferlegierung, mit zwei Pressenden

SANHA bietet für jeden Anwendungsfall und Trinkwasserbeschaffenheit die Werkstoffe und Fittings, die dem Verarbeiter und Planer die Realisierung von hygienegerechten, langlebigen, umweltschonenden und nachhaltigen Trinkwasserinstallationen ermöglichen. Neben unseren bewährten Rohrleitungssystemen aus Edelstahl, Kupfer und Kunststoff bieten wir auch verschiedene Rohrleitungssysteme mit Press- und Übergangsfittings aus hochwertiger bleifreier Siliziumbronze (CuSi) an.

Die beste Installation vermeidet bekanntlich Stagnation (s. a. Punkte 8 und 9). Dem Planer und Verarbeiter stehen für eine stagnationsfreie (oder stagnationsarme) Installation viele Fittings und Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung:

Damit lässt sich leicht eine hygienegerechte, druckverlustarme Schleifeninstallation ausführen. Alle Formteile sind mit den entsprechenden Press-, Gewinde- oder Steckenden ausgestattet und können direkt mit Edelstahl-, Kupfer- oder Kunststoffverbundrohren verbunden werden, was eine preisgünstige, sichere und effiziente Installation gewährleistet. Insbesondere unsere Doppelwandscheiben aus CuSi bieten eine saubere und sichere Lösung, die sich nicht nur durch besonders hohe Entzinkungsfähigkeit sondern zudem durch den bleifreien Werkstoff ideal für die Trinkwasserinstallation anbietet. 

7. Bleifreie Trinkwasserinstallation

Blei gehört nicht ins Trinkwasser. Was kein Blei enthält, gibt auch kein Blei ins Trinkwasser ab. SANHA bietet daher verschiedene Systemfittings aus bleifreier Siliziumbronze CuSi an. Heute können Handel, Installateure und Planer gleich aus mehreren Serien wählen: Ob Systempressfittings der Serie 8000 "PURAPRESS", bewährte Gewindefittings der Serie 3000 "PURAFIT®" oder Systempress- und Steckfittings der Serien 23000, 25000 und 35000 "3fit®-Press" und "3fit®-Push" für hochwertige Mehrschichtverbundrohre - mit den bleifreien Systemen haben Sie es selbst in der Hand, die Belastung unseres Trinkwasser, immerhin das Lebensmittel Nummer Eins, bis auf Null zu reduzieren.

Alle unsere bleifreien Systeme bzw. die Premium-Kupferlegierung CuSi sind selbstverständlich vom DVGW und der ETA sowie vielen weiteren bedeutenden internationalen Zertifizierungsstellen (z. B. WRAS, KIWA-ATA, CSTB, ETA, SINTEF) zertifiziert bzw. Auch unsere Erklärung gegenüber dem ZVSHK ("ZVSHK-Herstellererklärung") belegt die einwandfreie Eignung vieler unserer Systeme für den Trinkwasserbereich. Bleifreie Siliziumbronze ist zudem vom Umweltbundesamt (UBA) durch die "Positivliste trinkwasserhygienisch geeigneter Werkstoffe" vom September 2013 für den Kontakt mit Trinkwasser geeignet.

8. Reduzierung von Stagnationszeiten

Aufgrund der üblichen Nutzung lassen sich Stagnationszeiten in Trinkwasserinstallationen niemals ganz vermeiden, bei korrekter Dimensionierung und Anordnung der Rohrleitungen und Objektanschlüsse jedoch minimieren. Hierzu ist es   wichtig, das Leitungssystem bedarfsgerecht zu dimensionieren, damit bereits im normalen Betrieb ein ausreichender Wechsel des im System befindlichen Wassers stattfinden kann. Voraussetzung hierfür ist eine exakte Rohrnetzberechnung unter Berücksichtigung der tatsächlichen Einzelwiderstände und einem vorgegebenen, dem Nutzerverhalten angepassten Gleichzeitigkeitsfaktor [1].  

9. Schleifen- und Ringleitung

Eine „T-Installation“ sollte dabei möglichst vermieden werden; stattdessen sollten die Entnahmestellen möglichst in „Schleifenform“ angeschlossen werden. Regelmäßig genutzte Entnahmestellen sollten dann am Ende dieser Schleifeninstallation angeordnet werden, oder die gesamte Stockwerksleitung sollte als „Ringleitung“ ausgeführt werden. Durch die Kombination der SANHA-Installationssysteme mit Absperr-, Regel- und Spülventilen wird stets eine komplette Lösung gewährleistet. Diese Installationsmethoden gewährleisten durch eine flexible und verbindungsarme Rohrverlegung eine hervorragende Wasserverteilung in den Stockwerksleitungen, bei gleichzeitig größtmöglicher Minimierung der Stagnationszeiten.

Bei der „Schleifen-/Ringleitungsinstallation“ erfolgt dabei die Leitungsverlegung in einer gleichbleibenden Rohrdimension. Auch eine thermische Desinfektion, bei der eine Mindesttemperatur von 70 °C an allen Entnahmestellen vorgeschrieben wird, ist mit diesen Installationsmethoden weitaus einfacher möglich. Selbst bei Anlagen (z. B. in Krankenhäusern), in denen eine zusätzliche Desinfektion der Trinkwasserleitung vorgeschrieben wird, kann durch die Schleifen- oder Schleifen- /Ringleitungsinstallation mit wesentlich geringerem Aufwand sichergestellt werden, dass das Desinfektionsmittel jede Entnahmestelle erreicht und auch die anschließend durchzuführende Spülung bedingt bei diesen Installationsmethoden einen geringeren Aufwand. 

10. Die hygienisch einwandfreie Dichtheitsprufung

Wie bei der Planung und Installation von Trinkwasseranlagen, muss auch bei der Dichtheits-/Druckprüfung absolut hygienebewusst vorgegangen werden. Vorschriften und Empfehlungen zu einer hygienegerechten Dichtheitsprüfung liefern das ZVSHK-Merkblatt „Dichtheitsprüfung von Trinkwasser-Installationen“ und die BHKS-Regel 5.001 „Druckprüfung von Trinkwasserleitungen“.

Darin wird eindeutig festgelegt, dass eine Dichtheitsprüfung mit Wasser nicht vorgenommen werden darf, wenn nach der Druckprüfung längere Stagnationszeiten zu erwarten sind, Leitungen nicht vollständig entleerbar sind, Leitungen aus Gründen der Frosteinwirkung nicht mit Wasser abgedrückt werden können, Leitungen aus Baufortschrittsgründen geprüft werden müssen, jedoch anschließend noch nicht in Betrieb genommen werden können.

11. Dichtheitsprüfung mit Druckluft oder Inertgas

Geht man davon aus, dass eine Dichtheitsprüfung in der Regel durchgeführt werden muss, damit die Leitungen abschließend isoliert und die Aussparungen geschlossen werden können, ist grundsätzlich, auch beim Einfamilienhaus, von einer längeren Stagnationsphase im Anschluss an die Dichtheitsprüfung auszugehen. Eine hygienisch einwandfreie Dichtheitsprüfung ist somit nur in Form einer „Trockenprüfung“ mit ölfreier Druckluft oder Inertgas (Stickstoff oder Kohlendioxid) möglich. Diese Prüfung ist in zwei Schritten, nämlich der Dichtheitsprüfung (Vorprüfung) und der anschließenden Festigkeitsprüfung (Hauptprüfung) durchzuführen. Die Dichtheitsprüfung wird mit einem Prüfdruck von 15 kPa (150 mbar) durchgeführt. Die Prüfzeit beträgt bis 100 Liter Leitungsvolumen min. 120 Minuten. Je weitere 100 Liter Leitungsvolumen verlängert sich die Prüfzeit um 20 Minuten. Die verwendeten Manometer müssen geeicht sein und eine Ablesegenauigkeit von 0,1 kPa (1 mbar) ermöglichen. Die Festigkeitsprüfung wird bis zu einer Leitungsdimension von einschließlich DN 50 mit 300 kPa (3000 mbar) ausgeführt. Bei Leitungsdimensionen größer als DN 50 muss der Prüfdruck 100 kPa (1000 mbar) betragen. Die Prüfdauer beträgt 10 Minuten - während dieser Zeit darf kein Druckabfall erkennbar sein. Auch bei dieser Prüfung müssen die verwendeten Manometer geeicht sein und eine Ablesegenauigkeit von 0,1 kPa (1 mbar) ermöglichen.

[1] Grundgedanke des Gleichzeitigkeitsfaktors ist, dass nicht in allen Wohneinheiten gleichzeitig der Spitzenbedarf abgerufen wird.