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Einfach sicher: Verarbeitung unserer Systeme bei niedrigen Temperaturen!

Sinkende Temperaturen stellen Verarbeiter jedes Jahr vor dieselben Herausforderungen. In den vergangenen Wochen erreichten unsere Technische Anwendungsberatung vermehrt Fragen dazu, wie Pressmaschinen, Akkus und Rohrleitungssysteme bei kalten Umgebungstemperaturen korrekt verarbeitet werden können. Damit Ihre Installation auch im Winter sicher, zuverlässig und normgerecht bleibt, haben wir die wichtigsten Hinweise für Sie zusammengefasst.

1. Dichtringe: Mindestverarbeitungstemperatur und Verhalten bei Kälte

Dichtringe sind entscheidend für die Dichtheit der Verbindung und bestimmen auch die niedrigste zulässige Verarbeitungstemperatur. Unsere eingelegten Dichtringe begrenzen die Verarbeitungstemperatur auf -20 °C. Das Materialverhalten ändert sich bei niedrigen Temperaturen: Dichtringe - EPDM, FKM und HNBR - werden bei Frost härter und weniger elastisch. Dadurch steigt das Risiko, dass sie unsauber in der Sicke sitzen, Mikro-Undichtigkeiten entstehen o.ä.

Unsere Empfehlung: Überprüfen Sie den Sitz der Dichtringe vor jeder Verpressung und lagern Sie das Material möglichst bei +10 bis +20 °C! In Deutschland bieten wir dazu praktische Baustellencontainer an. Die abschließbaren Container sind mit Kragarmregalen für Rohre ausgestattet, können voll befüllt geliefert werden und schützen sowohl Rohrleitungssysteme als auch Werkzeug vor Feuchtigkeit und unbefugtem Zugriff.

2. Pressmaschinen: Leistung bei Minusgraden richtig einschätzen

Hydrauliköl und Fette in den Maschinen werden mit sinkender Temperatur zähflüssiger, die Viskosität steigt und die Hydraulik wird beeinflusst. Dadurch steigt der innere Widerstand – die Maschine benötigt mehr Kraft für die Bewegung, die ggf. beim eigentlichen Pressvorgang fehlt. Grundsätzlich können Pressmaschinen bis –10 °C eingesetzt werden, doch bei extremen Tieftemperaturen (unter 0 °C) erreichen manche Maschinen nicht mehr die volle Presskraft.

Unsere Empfehlung: Beachten Sie die Herstellerhinweise ihrer Maschine oder kontaktieren Sie den jeweiligen Hersteller. Leerfahrten können helfen, das Hydrauliköl leicht zu erwärmen und die Maschine „gängiger“ zu machen.

3. Akkus: Leistungseinbußen vermeiden

Zu den typischen Effekten bei Frost gehört, dass Akkus deutlich an Kapazität verlieren. Kälte wirkt sich besonders stark auf Lithium-Ionen-Akkus aus. Zudem steigt der Widerstand in der Maschine zusätzlich (zähes Hydrauliköl, s. o.). Unter 0 °C sinkt die Anzahl möglicher Presszyklen spürbar.

Unsere Empfehlungen für den Winterbetrieb

  • Akkus warm lagern (Baustellencontainer, Fahrzeug, Innenraum, isolierte Taschen).
  • Kalte Akkus vor dem Einsatz kurz anwärmen.
  • Akkus bei Temperaturen unter +5 °C nicht laden. 

4. Kunststoff-Presssysteme – besondere Vorsicht unter +5 °C

Kunststoff reagiert empfindlicher auf Kälte als Metall. Insbesondere die Rohre können verspröden, wenn sie länger tiefen Temperaturen ausgesetzt sind. Unter +5 °C sollten Mehrschichtverbund-Systeme daher nicht verarbeitet werden. Auch hier gilt: Warme Lagerung oder vorsichtiges Erwärmen (z. B. mit Heißluft) schafft Abhilfe und beugt Schäden vor.

Phase Maßnahme Zweck / Nutzen
Vor dem Pressen Dichtring prüfen (Sitz, Zustand, Vereisung) Sicherstellen, dass der Ring richtig positioniert ist und elastisch bleibt
  Pressbacken auf Eis, Schmutz oder Anhaftungen kontrollieren  Verhindert Profilverfälschungen und Fehlpressungen
  Maschine akklimatisieren lassen Reduziert Kondenswasser und sorgt für konstante Funktion
  Warmen Akku einsetzen Mehr Presszyklen und stabile Maschinenleistung
Während der Verarbeitung Anzahl der Presszyklen bei Frost beobachten Kälte reduziert Akku- und Maschinenleistung
  Regelmäßige Dichtheitskontrollen bei großen Installationen  Erhöht die Prozesssicherheit bei kritischen Temperaturen 
Nach dem Einsatz  Maschine in warmen Innenraum lagern Verhindert Kondensation, Korrosion und Schmierstoffprobleme
  Akkus im warmen Zustand laden (nicht unter +5°C)  Verlängert die Lebensdauer und sorgt für konstante Leistung

Unter +5°C sollten Mehrschichtverbund-Systeme daher nicht verarbeitet werden. Auch hier gilt: Warme Lagerung oder vorsichtiges Erwärmen (z.B. mit Heißluft) schafft Abhilfe und beugt Schäden vor.

Bei Fragen zur Verarbeitung unserer Systeme steht Ihnen unsere Technische Anwendungsberatung unter technik@sanha.com gerne zur Verfügung - bei allen Temperaturen und in jeder Jahreszeit!