Legionellen: Bakterienwachstum in Rohren verhindern

In den letzten Tagen verursachten Legionellen in und um Evergem, Belgien, 24 Krankheits- und zwei Todesfälle. Das Bakterium siedelt in (Trink-)Wasser und feuchten Böden, vorzugsweise in stehendem Wasser bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius. Dazu gehören Wasserleitungen, Klimaanlagen mit Wassersprühstrahl und Duschköpfe. Eine Infektion mit Legionellose oder Legionärskrankheit durch die orale Aufnahme des Wassers ist ausgeschlossen; die Infektion erfolgt durch das Einatmen infizierter Wassertropfen. Neben Legionellen gibt es viele weitere Bakterien, die im Trinkwasser vorkommen können, wie z. B. E. Coli und Salmonellen. Wir bieten verschiedene Lösungen, mit denen sich bei richtiger Installation das Bakterienwachstum verhindern lässt.

Bakterienwachstum vermeiden

Bakterienwachstum ist ein häufiges Problem in Rohrleitungssystemen. Wichtige Faktoren zur Vermeidung dieses Wachstums stehen Temperatur und Stagnation des Leitungswassers. Verarbeiter können jedoch mit einigen einfachen Maßnahmen dazu beitragen, das Wachstum zu vermeiden.  

So haben wir etwa Doppelwandscheiben aus verschiedenen Werkstoffen in unser Sortiment aufgenommen. Damit lässt sich leicht eine Schleifeninstallation durchführen. In dieser Installation muss zudem der Verbraucher mit der größten Abnahme ans Ende des Rohrleitungssystems gelegt werden: So fließt das Wasser durch den gesamten Kreislauf und Stagnation wird vermieden. Auf diese Weise wird die Leitung bei jeder Betätigung der Zapfstelle gespült und Bakterien können sich nicht ansiedeln bzw. vermehren. Diese Doppelwandscheiben sind in bleifreier Siliziumbronze (beispielsweise aus der Serie PURAFIT®) und Edelstahl (Serie 9000 NiroSan®) erhältlich.

Temperatur, Isolierung und Biofilm

Es ist auch wichtig, die Rohre ausreichend zu isolieren. Dadurch wird verhindert, dass die Temperatur des Wassers in Kaltwasserleitungen unter dem Einfluss von Umgebungstemperaturen oder Wärmeübertragung durch Warmwasserleitungen über 25 Grad steigt. Es ist daher selbstverständlich, dass ein möglichst großer Abstand zwischen Kaltwasserleitungen und Wärmequellen eingehalten werden muss.

Für ihr Wachstum benötigen Mikroorganismen Nährstoffe wie Eisen, Aminosäuren, Mangan und Magnesium. Diese Nährstoffe befinden sich im Biofilm, der sich zwangsläufig an den Wänden der Rohre und deren Komponenten bildet. Die Bildung dieses Biofilms wird unter anderem durch niedrige Strömungsgeschwindigkeiten angeregt. Bei Temperaturen über 60 °C kann sich kein Biofilm bilden. Daher ist es wichtig, dass die Warmwasserbereiter immer auf eine Temperatur von 60 °C oder höher eingestellt sind. Materialien wie Kupfer und bleifreie Siliziumbronze verhindern zudem die Vermehrung von Bakterien, da sie antibakterielle Eigenschaften aufweisen.

Um Stagnation zu vermeiden, ist es zudem wichtig, dass das Leitungsvolumen von Kalt- und Warmwasser innerhalb von 72 Stunden mindestens einmal ausgetauscht wird. Bei längeren Stillstandszeiten einer Anlage kann ein Bakterienwachstum bereits stattgefunden haben. 

Sie hätten gerne weitere Informationen zu diesem Thema? Kontaktieren Sie uns unter techniksanhacom oder 02054 925160.

Wandscheibe aus Edelstahl für Schleifeninstallation, mit Pressenden.

Wandscheibe aus Edelstahl für Schleifeninstallation, mit Pressenden.