Kein Blei, keine Mängelhaftung!

Ein gesunder Mensch kann im Extremfall ca. 60 Tage ohne Essen auskommen, doch ohne Trinken stirbt man nach ungefähr vier Tagen. Wer macht sich schon darüber Gedanken, wenn Wasser uneingeschränkt zugänglich ist? Weil Wasser das wichtigste Lebensmittel überhaupt ist, wird es umfassend geschützt. In letzter Zeit gibt es immer wieder Schlagzeilen zu Verunreinigungen von Trinkwasser durch Mikroplastik, aber auch Blei hat einen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit. Wir informieren, wie ein Bleieintrag vermieden werden kann.

Klärwerke sorgen für reines Wasser. Doch einen Bleieintrag durch die Hausinstallation können sie nicht vermeiden. Bereits bei der Rohrleitungsinstallation muss daher auf die Einhaltung von Grenzwerten und penibel auf die richtige Installation von Rohren und Fittings geachtet werden. 

Trinkwasserverordnung  

Bei eingesetzten Werkstoffen müssen die Trinkwasserverordnung sowie viele weitere Rahmenbedingungen beachtet werden (https://www.sanha.com/de/technik-service/sortiments-anwendungsvielfalt/trinkwasser/). 

Große Sorgfalt bei der Beachtung hygienischer Aspekte sollte daher selbstverständlich sein. Voraussetzung dafür ist eine gute Kommunikation zwischen Bauherr, Planer und Verarbeiter.   

Blei im Trinkwasser ist insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder und Ungeborene gesundheitsgefährdend. Die Trinkwasserverordnung legt Grenzwerte, auch für Blei, fest die eingehalten werden müssen. Per EU-Richtlinie wurde der Wert auf 0,01 mg/l begrenzt. Die Hälfte dieser Menge, also max. 0,005 mg/l, darf von den Wasserwerken eingeleitet werden. Es wird über eine weitere Verschärfung des Grenzwertes nachgedacht. Das heißt, dass es umso wichtiger ist, auf die Materialqualität zu achten.  

Lebensdauer von 50 Jahren 

U.a. Korrosion kann zu Verunreinigungen führen. Unsere Pressfitting-Serie PURAPRESS, die Gewindefittings PURAFIT oder auch die Pressfittings für Mehrschicht-Verbundrohre 3fit-Press stellen eine praktische Premiumlösung dar, die bei fachgerechter Installation eine hochwertige Trinkwasseranlage ergibt und den Verarbeiter vor teurer Mängelhaftung absichert. Die Press-, Gewinde- und Übergangsfittings aus Siliziumbronze CuSi sind zudem sehr glatt und frei von Lunkern oder Gussporosität – ein klarer Vorteil, was die Belastbarkeit und die Korrosionssicherheit betrifft.   

Wird ein Gebäude neu errichtet, beträgt die theoretische kalkulierte Lebensdauer von Installationen 50 Jahre. Da sich Blei mit der Zeit im Körper ansammelt und derzeit über eine erneute Verschärfung des Grenzwertes für Blei diskutiert wird – auch für Bestandsgebäude! -, sollte eine bleifreie Variante in Erwägung gezogen werden. Wir haben zahlreiche Systemfittings aus bleifreier Siliziumbronze (s.o.) im Sortiment, die kein Blei an das Trinkwasser abgeben. Edelstahl eignet sich ebenfalls für bleifreie Installationen. Auch hier bieten wir unseren Kunden selbstverständlich alle Dimensionen von 12 – 168 mm sowie Rohre und Fittings an. Selbst beim Rückbau von Gebäuden kann es sich u. U. auszahlen, wenn weniger belastende Stoffe enthalten sind. 

In älteren Objekten kann es immer mal wieder zu Verunreinigungen durch Bleirohre kommen. Hier wird es schwierig, den Grenzwert einzuhalten. In dem Fall müssen die Bleileitungen gegen adäquate Alternativen ausgetauscht werden. Da ab dem Übergangspunkt durch den Wasserversorger die Verantwortung auf den Hauseigentümer übergeht, muss er einen Austausch veranlassen. Neben Edelstahl- und Kupferrohren sowie Fittings aus Edelstahl oder Siliziumbronze CuSi eignen sich auch Mehrschicht-Verbundrohre, die wir selbstverständlich als Stangen oder aufgerollt in verschiedensten Versionen im Sortiment führen.  

Bakterienwachstum vermeiden 

Kalt- und Warmwasserleitungen müssen in der Temperatur begrenzt werden, um Bakterienwachstum zu verhindern. Das Kaltwasser darf bis maximal 25 Grad erwärmt werden und Warmwasser nicht unter 55 Grad Celsius fallen. Es ist bei der Installation aber nicht nur wichtig, dass z. B. separate Stränge für die Steigleitungen verwendet werden, sondern auch der Umgang mit den Produkten spielt eine wesentliche Rolle. 

Qualitätsorientierte Unternehmen stellen sicher, dass die wasserführenden Teile nach der Herstellung sorgfältig durch Kappen geschützt werden, die erst unmittelbar vor der Montage entfernt werden. Ziel ist es, Nässe und Schmutzpartikel zu vermeiden, die den Nährboden für Mikroorganismen bilden. 

Dichtheitsprüfung und korrekte Übergabe 

Bevor die Leitungen gedämmt werden, muss eine Dichtheitsprüfung stattfinden. Der Betreiber der Anlage sollte mit allen hygiene- und sicherheitsrelevanten Bedienungen der Anlage vertraut gemacht werden. Planer als auch das verarbeitende Unternehmen sind verpflichtet, eine Übergabe der Installation an den Betreiber vorzunehmen. Erst nach Abschluss all dieser Arbeiten kann die Trinkwasseranlage in Betrieb genommen werden. Die entsprechenden Druckprobenprotokolle stehen Ihnen auf https://www.sanha.com/de/technik-service/downloads/pruef-und-abnahmeprotokolle/ zum Download zur Verfügung.

Sorgfältige Planung, Installation und Prüfung während der gesamten Installation sind also unabdingbar.

Bei Fragen zu SANHA-Werkstoffen und Rohrleitungs-Systemen stehen Ihnen unsere Technische Anwendungsberatung unter technik@sanha.com / 02054 925 170 oder unser Planungsservice unter planungsservice@sanha.com / 02054 925 235 gerne zur Verfügung!