Einwandfreie Trinkwasser-Qualität

Trinkwasser-Hygiene bedeutet: Einwandfreie Trinkwasser-Qualität in der gesamten Installation. Biologische, chemische und/oder physikalische Veränderungen können die Trinkwasser-Qualität beeinträchtigen. Weitere Faktoren sind z. B. die Planung, der Bleigehalt von Fittings oder die gewählten Werkstoffe. In diesem Beitrag geht es um die sogenannten Leitbakterien. Dazu zählen in erster Linie Legionellen und Pseudomonaden.

 

Legionellen

…sind aerobe Bakterien, d.h. sie benötigen Sauerstoff. Sie können v.a. die berüchtigte Legionärskrankheit auslösen. Diese Krankheit äußert sich u.a. durch Pneumonie und Fieber. In 5 – 10 % der Fälle verläuft sie tödlich. Legionellen wachsen ideal zwischen 25 und 45° Celsius.

Ab 60 Grad werden Legionellen abgetötet, unter 20 Grad wird ein Wachstum verhindert.

Legionellen sind weit verbreitet, etwa auch in feuchten Böden. Problematisch sind jedoch vor allem Rückkühlanlagen oder große Trinkwassersysteme. 

Dabei ist in erster Linie das Einatmen von Legionellen über Aerosole gefährlich, weniger die Aufnahme des belasteteten Wassers. Diese Wassernebel können besonders in Duschen, Whirlpools o.ä. Anlagen entstehen. 

Pseudomonaden

…sind ebenfalls aerobe Bakterien, die sich in der Umwelt finden, aber v. a. in Trinkwasseranlagen die Gesundheit gefährden können.

Insbesondere bei Menschen mit schwachem Immunsystem führen sie zu erheblichen gesundheitlichen Probelemn wie Lungenentzündungen und Blutvergiftungen.

Pseudomonaden gehören daher zu den gefährlichsten Krankenhauskeimen. Die Bakterien bevorzugen feuchte Gebiete, wie Spülbecken, Toiletten, unzureichend gechlorte Schwimmbecken oder ähnliche Umgebungen.

Für ihr Entstehen und Wachstum sind vier Faktoren entscheidend:

  • Temperatur
  • Durchströmung bzw. Stagnation
  • Wasseraustausch 

Temperatur

Dabei ist es wichtig, den Temperaturbereich von 20 – 55 °C zu vermeiden, denn in diesem Bereich können sich diese und andere pathogene Mikroorganismen besonders gut vermehren.

Trinkwasser kalt darf dabei unter hygienischen Gesichtspunkten (RKI) eine Temperatur von 20 °C in der gesamten Trinkwasserinstallation bis zur Entnahmestelle nicht überschreiten. 

Trinkwasser warm sollte in einer nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik gebauten und betriebenen Trinkwasserinstallation im gesamten zirkulierenden System über 55 °C liegen, um das Risiko der Legionellenkontamination deutlich zu reduzieren. 

Überschreitet das Volumen im längsten Fließweg die Grenze von drei Litern, ist eine Zirkulation zur Temperaturhaltung einzubauen. Die Temperatur muss hier bei 60° C liegen. Darüber hinaus ist das System gemäß der DIN 1988-300 hydraulisch abzugleichen. 

Wasseraustausch

Trinkwasserinstallationen sind so zu planen, dass an jeder Entnahmestelle ein Wasseraustausch mindestens alle drei Tage sichergestellt ist. 

Dabei gilt in Deutschland die VDI 6023. Werden nicht alle Entnahmestellen berücksichtigt, kann es zu Stagnation in Teilabschnitten kommen – die Gesundheit ist möglicherweise gefährdet.

Durchströmung

Mit dem Wasseraustausch hängt der Durchfluss bzw. die Strömungsgeschwindigkeit eng zusammen.  

Er ist mitentscheidend dafür, wie schnell das Wasser ausgetauscht wird. Außerdem kommt es insbesondere in groß dimensionierten Rohrleitungen bei zu geringer Durchströmung zu Ablagerungen an Rohrwänden. In diesen Fällen strömt ein zu geringer Wasserstrom in der Mitte des Rohres.  

So können sich auch bei optimalen Temperaturbedingungendurch andere Faktoren Mikroben vermehren. SANHA stellt entsprechende Zeta-Werte zur Verfügung oder dimensioniert die Rohrleitungen in der Planung richtig - so ist stets ein ausreichender Durchfluss gewährleistet.

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