Edelstahl für Großsporthalle

Zeichen setzt die neue Großsporthalle in Heidelberg: Im Innovation Park, auf dem Konversionsgelände des US-amerikanischen Militärs, entsteht ein moderner Treffpunkt für Sport und Veranstaltungen. Die Trinkwasserinstallation wird vor allem mit unserem Premium-Edelstahlrohrleitungssystem NiroSan umgesetzt.

Viel Entwicklungspotenzial

Im Heidelberger Stadtteil Kirchheim befand sich bis 2012 ein großes Areal der US-Streitkräfte. Nach dem Abzug blieben einige Gebäude der Kaserne Patton Baracks zurück – und die Frage, welche zivile Nutzung die Stadt für das Gelände vorsehen würde. Die Lage, ca. 2,5 km südlich des Zentrums, und die gute Verkehrsanbindung waren Pluspunkte. Zudem bietet die rund 15 Hektar große Fläche eine Verbindung zum westlich gelegenen neuen Stadtteil Bahnstadt. Diese Bedingungen veranlassten die Planer, ein modernes, vielfältiges Quartier auf den Weg zu bringen: den Heidelberg Innovation Park, kurz „hip“ genannt. Hier verknüpfen sich die digitalen Möglichkeiten mit zukunftsweisenden Projekten für Forschung, Wirtschaft und Industrie. Dabei werden Bestandsanlagen wie der Patton Square und das alte Stallgebäude mit Neubauten kombiniert, etwa der Sino-German-High-Tech-Park sowie Wohnbebauung. Einen wichtigen Teil des neuen Areals bildet die Großsporthalle, die derzeit am südwestlichen Rand errichtet wird.

Das Hallenkonzept

Die Heidelberger Sportlandschaft wird mit der neuen Halle maßgeblich befördert. Sie soll mit maximal 5.000 Sitz- und Stehplätzen nicht nur als Spielstätte für Basketball und Handball auf hohem Niveau dienen. Auch der Schul- und Vereinssport profitiert an 260 Tagen im Jahr von der Kapazität. Zusätzlich wird ein multifunktionales Nutzungsprofil umgesetzt, etwa für kulturelle Veranstaltungen. Das Gebäude weist eine Bruttogeschossfläche von 10.890 m² auf, der Bruttorauminhalt wird mit 94.230 m³ angegeben. Einschließlich Untergeschoss entstehen seit April 2018 vier Geschosse, wobei für die Konstruktion fast vierhundert Fertigbauteile eingesetzt wurden. Die quadratische Form mit abgerundeten Ecken wurde von Architektur Concept aus Zwickau entwickelt. Für die Hülle wird im unteren Bereich Glas eingesetzt – als Öffnung und Verbindung zwischen Innen und Außen. Im oberen Teil der wärmegedämmten Fassade kommen Metallkassetten zum Einsatz. Im Innenraum werden verschiebbare Teleskoptribünenanlagen installiert, die eine große Flexibilität garantieren.

In Sachen Haustechnik setzt der Plan ebenfalls auf hochwertige Komponenten: Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Kühlung durch abgehängte Deckenstrahlplatten, Sprinkleranlage und Fotovoltaik für das lokale Stromnetz bilden wesentliche Teile des Konzepts. Die Wärmeversorgung erfolgt über einen Anschluss an das Fernwärmenetz der Stadt, ebenso wird eine Verbindung zur Fernkältestation im benachbarten Parkhaus hergestellt. Zwei Aufzüge ermöglichen den barrierefreien Zugang aller Ebenen.

Anforderungen an Trinkwasserinstallation

Ein wesentlicher Baustein der TGA, die vom Ingenieurbüro Paulus aus Essen erstellt wurde, besteht in der Sanitärinstallation für Sportler und Besucher. Das Konzept wird von Efficient Technical Solutions ETS mit Sitz in Jena umgesetzt. Ausgehend vom zentralen Hausanschluss werden zwei etwa gleich lange Trinkwasser-Hauptstränge rund um die beiden Gebäudeseiten geführt. Der Großteil der Anschlüsse für WC, Waschbecken, Duschen usw. befindet sich um Untergeschoss. Ein weiterer Teil versorgt den Restaurant-/Cateringservice und die barrierefreien Sanitäranlagen im Erdgeschoss sowie den Bereich der Logen im ersten Obergeschoss. Insgesamt werden 258 Abnahmestellen realisiert. In einer der Rohrtrassen befindet sich neben den vier Rohren für Kalt- und Warmwasser ein weiterer Strang für entsalztes Wasser, das für den Küchenbereich benötigt wird. Die WC-Anlagen für Besucher werden nur mit Kaltwasser versorgt.

Um die Trinkwasserinstallation im Detail vorzubereiten, holte sich ETS den Sanha-Planungsservice ins Boot. Dieser Service unterstützt bei Projekten, etwa bei eng gesetzten Terminen oder personellen Engpässen. Für die Großsporthalle wurde die Trinkwasserberechnung nach DIN 1988 ausgeführt, bei der unter anderem die Dimensionierung, der Druck und die Volumenströme berechnet werden. Aus diesen Vorarbeiten generierte man die Materiallisten, die zusammen mit den Plänen eine sichere Umsetzung ermöglichen.

Das System NiroSan

Edelstahl wird heute für die Trinkwasserinstallation gern und häufig eingesetzt. Das Material weist einige Vorteile auf: Es ist widerstandsfähig gegen die Inhaltsstoffe im Wasser, es ist bleifrei und erfüllt damit die Vorgaben der TWVO. Darüber hinaus lässt es sich gut verarbeiten. Diese Pluspunkte gelten auch für das eingesetzte Sanha-System NiroSan. Weiterhin ist von Bedeutung, dass für die Formteile dieser Serie der Werkstoff 1.4404 verwendet wird. Er enthält mindestens 2,3 % Molybdän und weist einen geringeren Kohlenstoffanteil als der konventionelle Werkstoff 1.4401 auf. Damit überzeugt er durch seine deutlich höhere Korrosionsresistenz. Neben der hohen Qualität punktet NiroSan durch seine flexiblen Einsatzmöglichkeiten bis hin zum Biegen, was unter anderem aus dem Herstellverfahren mit WIG-Schweißung resultiert. Sanha kann das System bis zu einem Rohraußendurchmesser von 108 mm liefern, der Betriebsdruck wird mit maximal 16 bar angegeben. In der Großsporthalle werden für Kaltwasser die Dimensionen zwischen 15 und 88,9 eingesetzt, für Warmwasser 28 bis 76,1. Rund 1.700 m Rohr und 1.230 Fittings kommen für die gesamte Installation zusammen. Alle Rohrtrassen, die sich in öffentlich zugänglichen Bereichen befinden, werden nach dem Abschluss der Montage durch abgehängte Decken „unsichtbar“.

3fit-Press und MultiFit-Rohre

Für sämtliche Anschlüsse der Verbrauchsstellen wählte man die Systempressfittings 3fit-Press, die zusammen mit den Mehrschicht-Verbundrohren MultiFit-Flex eingesetzt werden. Die Fittings bestehen aus bleifreier Siliziumbronze CuSi und PPSU und entsprechen daher den Vorgaben der TWVO. Zusammen mit den biegsamen, vorisolierten Verbundrohren eignen sie sich besonders gut für alle Verteilleitungen. Diese Flexibilität vereinfachte auch die Installation für die Waschbecken sowie in den Vorwandelementen für WC und Urinale. Nach der Kontrolle der Pressstellen und der Druckprobe sind lediglich die Fittings zu dämmen, damit eine durchgängig regelkonforme Umsetzung erzielt wird. Es stehen die Dimensionen von 16 bis 63 mm zur Verfügung. Abhängig von der Betriebstemperatur wird der Betriebsdruck mit 10, 13 oder 16 bar angegeben. Grundsätzlich sind 3fit-Press-Fittings für einen Temperaturbereich von -30 °C bis zu 70 °C vorgesehen. Die Übergänge zwischen den Systemen NiroSan und 3fit-Press wurden mit Fittings aus dem Sanha-Produktspektrum gelöst.

combipress beschleunigt Arbeitsabläufe

Bei der Installation von Rohren und Formstücken ist heute Schnelligkeit gefragt – zusammen mit einer ordnungsgemäßen Verarbeitung. Um dies bei jedem einzelnen Schritt zu erzielen, konnten die Installateure auf die Vorteile von combipress bauen: Die Verarbeitung der Rohre und Fittings wird dabei durch die Eigenschaften Universalkontur, Gleithaftung und „Unverpresst undicht“ wesentlich vereinfacht, die Verarbeitungssicherheit wird gesteigert. Vorhandene Werkzeuge mit unterschiedlichen Original-Presskonturen (V, M und SA) lassen sich bis einschließlich 54 mm problemlos verwenden. Für größere Dimensionen können die Originalkonturen SA und M genutzt werden. Für den Handwerker bedeutete dies beim Verpressen eine leichtere Handhabung und mehr Sicherheit, denn durch die Universalkontur sind Schaden verursachende Verwechslungen von Pressbacken auf der Baustelle faktisch ausgeschlossen. Über den Sanha-Service erhielten die Verarbeiter Presswerkzeuge für die kleinen Dimensionen, um die Verteilleitungen aus 3fit-Press und MultiFit-Flex-Rohren problemlos umzusetzen. Auch in diesem Punkt zeigt sich, dass durch eine intensive Zusammenarbeit und Unterstützung gute Lösungen zustande kommen.

Fazit

Ein großer Teil der Trinkwasserinstallation in der Großsporthalle ist bereits fertiggestellt. Nach der Druckprobe erfolgt nun die abschnittweise Dämmung. Für den späteren Betrieb wird noch festzulegen sein, wie häufig und mit welcher Wassermenge Spülungen durchgeführt werden sollen. Dies stellt die erforderliche Hygiene sicher, wenn Entnahmestellen nicht regelmäßig genutzt werden. Der Zeitplan für den Ausbau und die Inbetriebnahme ist ambitioniert: Die Großsporthalle wird im Frühjahr 2020 ihren Praxistest bestehen. Eine moderne Trinkwasserversorgung steht dann für Sportler und Besucher bereit.