Schritte zur Trinkwasserhygiene: Sicherheit ist oberstes Gebot

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt und wird umfassend geschützt: Hygienisch einwandfrei muss es sein und ohne schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Daher sind negative Einflüsse jeglicher Art zu vermeiden. Einen wesentlichen Anteil an einer dauerhaft hohen Qualität hat die Wahl sowie die Installation der eingesetzten Rohrleitungssysteme.

21.02.2019

Die Trinkwasserhygiene ist ein sensibles, komplexes Thema und wird bei Bauprojekten entsprechend gehandhabt. Um ein gutes und sicheres Ergebnis zu erzielen, ist eine Weichenstellung schon in der Planungsphase sinnvoll. Denn insbesondere der Verarbeiter, aber möglicherweise auch Bauherr und Planer tragen die Verantwortung und können bei Problemen oder Gefährdungen zur Rechenschaft gezogen werden. Gründe für Qualitätseinbußen gibt es eine ganze Reihe: die Art der Rohrleitungsinstallation, Kontakt mit ungeeigneten Werkstoffen, Stagnation in weniger genutzten Leitungsabschnitten oder Erwärmung. Werden diese Faktoren bei einer Trinkwasserinstallation außer Acht gelassen, fördert es das Wachstum von Bakterien. Diese sind zum Beispiel für Infektionen verantwortlich. Die folgenden Hinweise rund um die Trinkwasserqualität helfen dabei, eine hochwertige, auf Sicherheit und Nachhaltigkeit ausgelegte Installation herzustellen. Immerhin muss sie für eine kalkulierte Lebensdauer von 50 Jahren den funktionalen Anforderungen entsprechen.

Kooperation der Baubeteiligten

Gute Zusammenarbeit – das klingt im ersten Moment nach einer Selbstverständlichkeit, ihre Bedeutung soll aber an dieser Stelle nochmals betont werden. Planer, Installateure, Bauleiter, Bauherren – sie sollten sich bewusst sein, dass eine kontinuierliche Abstimmung bis ins Detail sinnvoll und notwendig ist, um letztendlich die Sicherheit der Anlagen zu gewährleisten. Nicht nur Rohre und Fittings, auch Absperrventile, Zapfstellen, Armaturen oder Wasserspeicher zählen zu den Komponenten, die ins Auge zu fassen sind. Des Weiteren spielen die Installationsart, Temperaturen im Betrieb, geodätische Höhe oder der Gleichzeitigkeitsfaktor eine wichtige Rolle.

Außerdem sind verschiedene Gesetze, Verordnungen und Technische Regeln für die Trinkwasseranlage relevant. Dazu gehören neben der aktuellen Trinkwasserverordnung auch die DIN EN 1717 (Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen), DVGW W-Regeln, die VID 6023 und ZVSHK-Merkblätter, um hier die wichtigsten zu nennen.

Leitbakterien zur Beurteilung der Trinkwassergüte

Ab einer Größe von 400 l muss die Trinkwasseranlage in definierten Abständen kontrolliert werden. Dann wird mittels Wasseranalyse geprüft, ob Bakterien vorhanden sind. In keinem Fall dürfen Pseudomona aeruginosa und Escherichia coli auftreten. Selbst geringste Mengen werden als bedenklich eingestuft. Hervorgerufen werden diese Erreger unter anderem durch Temperaturen zwischen 25 und 30 °C, die ihnen optimale Wachstumsbedingungen bieten. Pseudomonaden – es handelt sich um einen Kaltwasserkeim – finden sich in schlecht oder selten durchströmten Leitungsabschnitten, etwa in älteren Systemen. Sie rufen beispielsweise Lungenentzündungen oder Harnwegsinfekte hervor.

Bekannt ist die Gefahr, die mit dem Bakterium Legionella pneumophila einher geht. Werden kontaminierte Aerosole eingeatmet, etwa beim Duschen oder in Whirlpoolanlagen, kann die so genannte Legionärskrankheit – die tödlich verlaufen kann, – auftreten. Dann muss das Trinkwasser über einen gewissen Zeitraum zwischen 70 und 95 °C aufgeheizt werden, damit eine thermische Desinfektion bewirkt wird. Dabei ist jeder Teil der Anlage zu erreichen.

Organische Stoffe

In vielen Trinkwasseranlagen werden zum Beispiel durch EPDM-Dichtungen organische Materialien eingebracht. Sie können anderen Mikroorganismen einen Nährboden bieten. Durch regelmäßige Prüfungen, etwa bei der Materialprüfungsanstalt Dortmund, lässt sich die hohe Qualität der eingesetzten organischen Werkstoffe sicherstellen. Im DVGW-Arbeitsblatt W 270 sind die chemischen und mikrobiologischen Prüfungen erläutert. So wird eine negative Beeinflussung der Trinkwassergüte ausgeschlossen.

Besser bleifreie Fittings

Zur Sicherung der Trinkwasserqualität wurde vor allem den Eintrag von Blei per EU-Richtlinie 98/93-EG auf 0,01 mg/l begrenzt. Mit der Trinkwasserverordnung ist dies schon 2013 in Deutschland in Kraft getreten, wobei jeweils höchstens 0,005 mg/l vom Wasserversorger eingeleitet bzw. von der häuslichen Installation eingetragen werden dürfen. Wichtig ist hier, dass es bei dem Wert 0,01 mg/l um die Summe des Bleieintrags geht: Alle wasserberührten Komponenten nach der Übergabe in das Gebäude – von Armaturen über Rohrverbindungen bis zu Wasserzählern – sowie die Zusammensetzung des Wassers können sich auswirken. Selbst wenn ausschließlich zugelassene Produkte installiert werden, kann es in bestimmten Situationen schlimmstenfalls zu einer Grenzwertüberschreitung kommen.

Dem lässt sich vorbeugen – durch die Wahl bleifreier Komponenten ab der Übergabestelle vom Wasserversorger zur häuslichen Installation. Zahlreiche Systemfittings aus bleifreier Siliziumbronze (CuSi) aus verschiedenen Serien stehen heute zur Verfügung. Da sie den unerwünschten Stoff nicht enthalten, geben sie auch nichts an das Trinkwasser ab. Dies wird bei einem Qualitätshersteller wie Sanha mit zahlreichen Zertifizierungen belegt.

Stagnationszeiten minimieren

Eine bedarfsgerechte Auslegung stellt sicher, dass bereits im normalen Betrieb ein ausreichender Wechsel des im System befindlichen Wassers stattfinden kann. Als Vorgabe nach VDI 6023 gilt, dass der Inhalt eines Trinkwassersystems spätestens nach 72 Stunden ausgetauscht sein muss. Voraussetzung hierfür ist eine exakte Rohrnetzberechnung, wobei die tatsächlichen Einzelwiderstände und eine dem Nutzerverhalten angepasste Gleichzeitigkeit zu berücksichtigen sind. Statt einer T-Installation werden die Entnahmestellen heute in Schleifenform angeschlossen. Regelmäßig genutzte Entnahmestellen lassen sich am Ende dieser Schleifeninstallation anordnen. Alternativ kann eine gesamte Stockwerksleitung als Ringleitung ausgeführt werden. Beide Installationsmethoden gewährleisten durch eine flexible und verbindungsarme Rohrverlegung eine hervorragende Wasserverteilung in den Stockwerksleitungen. Für den druckverlustarmen Einbau stehen u. a. strömungsgünstig konstruierte Bögen, T-Stücke und Gewindeanschlussteile, Wandwinkel bzw. Wandscheiben sowie Doppelwandscheiben aus CuSi und Edelstahl zur Verfügung.

Abstände und Dämmung der Rohrleitungen

Die Temperaturen von Kalt- und Warmwasserleitungen sind durch fachgerechte Verlegung und Dämmung zu begrenzen, damit ein Bakterienwachstum verhindert wird. Als wichtige Maßnahmen gelten: Abstand der Kaltwasserleitungen zu wärmeführenden Installationen, keine Durchführungen durch Heizestriche sowie separate Schächte für Steigleitungen. Auf diese Weise wird garantiert, dass Kaltwasser maximal bis 25 °C erwärmt wird, Warmwasser nicht unter 55 °C. Diese Werte gelten für alle Teile des Systems.

Saubere Produkte – saubere Verarbeitung

Neben dem Werkstoff wirkt sich der Umgang mit den Produkten aus. So stellen qualitätsorientierte Unternehmen sicher, dass die wasserberührenden Teile nach der Herstellung sorgfältig geschützt werden. Die Rohre sind mit Verschlusskappen versehen und die Fittings hygienisch einwandfrei in Schutzbeutel verpackt. Die Kappen dürfen erst unmittelbar vor der Montage entfernt werden, ebenso werden die Fittings erst direkt vor ihrer Verarbeitung aus den Schutzbeuteln entnommen. Der Verarbeiter prüft alle Bauteile vor der Montage auf Sauberkeit. Im Falle von Montageunterbrechungen sind offene Leitungsenden sicher zu verschließen. Auf diese Weise dringen so wenig Schmutzpartikel und Nässe wie möglich in die Installation. Erstere könnten den Nährboden für Mikroorganismen bilden, während Feuchtigkeit in Verbindung mit Sauerstoff bei unedlen Metallen zu Korrosion führen kann.

combipress hilft dem Verarbeiter

Eine zeit- und kostensparende Montage wirkt sich positiv auf jedes Projekt aus. Dies gelingt mit combipress – unter dem Begriff werden die Installationseigenschaften von Produkten des Herstellers Sanha zusammengefasst. Sie vereinfachen das Verpressen im Baustellenalltag, denn die Systemverbindungen sind kompatibel zu den gängigen Pressprofilen. Der Handwerker kann sein Werkzeug frei wählen bzw. auf vorhandenes zurückgreifen. Verwechslungen auf der Baustelle – und damit eine mögliche Fehlerquelle – sind gänzlich ausgeschlossen. Außerdem zählen die „Unverpresst-Undicht-Funktion“ und „Push & Stay“ (Gleithaftung) zu den Pluspunkten von combipress. Sanha übernimmt als einziger Hersteller von Presssystemen die Gewährleistung für die Dichtheit der Pressverbindung – unabhängig vom Profil der Pressbacken. Dies gilt, wenn die Pressmaschinen und Pressbacken bestimmte Mindestanforderungen erfüllen.

Dichtheitsprüfung der Rohrleitungen

Eine Dichtheitsprüfung muss in der Regel durchgeführt werden, damit die Leitungen abschließend gedämmt und die Aussparungen geschlossen werden können. Daher ist grundsätzlich von einer längeren Stagnationsphase im Anschluss an die Dichtheitsprüfung auszugehen. Eine hygienisch einwandfreie Druckprüfung kann daher nur in Form einer „Trockenprüfung“ mit ölfreier Druckluft oder Inertgas (Stickstoff oder Kohlendioxid) umgesetzt werden. Diese Prüfung findet mit geeichten Manometern in zwei Schritten statt, der Dichtheitsprüfung (Vorprüfung) und der anschließenden Festigkeitsprüfung (Hauptprüfung). Dabei sind jeweils die Prüfdrücke, das Leitungsvolumen bzw. die Leitungsdimension und die Prüfzeit zu beachten.

Korrekte Übergabe

Zu guter Letzt sind Planer und Verarbeiter verpflichtet, eine Übergabe der Trinkwasserinstallation an den Betreiber vorzunehmen und ihn mit allen hygiene- und sicherheitsrelevanten Bedienungen der Anlage vertraut zu machen. Dann kann die Anlage für Trinkwasser dauerhaft so sicher betrieben werden, wie sie geplant, installiert und geprüft wurde.