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Sichere Rohrleitungsinstallation mit C-Stahl

Fittings aus C-Stahl in der Produktion

In Heizungsanlagen und Kühlwassersystemen werden gerne Rohre und Fittings aus C-Stahl eingesetzt. Das macht Sinn, denn Fittings und Rohre aus C-Stahl sind insbesondere für diese Anwendungen sehr gut geeignet. Wir zeigen, wie sich eine sichere und langlebige Installation leicht realisieren lässt.

Das wichtigste Argument für Rohre und Fittings aus C-Stahl: Sie sind wirtschaftlich sehr attraktiv. Wer einige wichtige Hinweise beachtet, hat damit einen idealen Werkstoff für alle geschlossenen Systeme, d. h. Rohrleitungs-Systeme ohne einen dauerhaften bzw. regelmäßigen Sauerstoffeintrag. Verarbeiter können ihren Kunden mit diesem Werkstoff eine verlässliche Heiz- oder Kühlanlage zum günstigen Preis anbieten, wenn sie sechs einfache Schritte beachten.

Keine Chance für Korrosion

1. Lagerung und Transport

Beides muss so erfolgen, dass die Rohre und Fittings jederzeit sicher vor Feuchte geschützt sind. 

2. Einsatzbereich beachten

Rohrleitungssysteme aus C-Stahl können problemlos für alle Innenleitungen in geschlossenen Systemen eingesetzt werden. Auch geschlossene Kühlwasseranlagen können mit Rohren und Fittings aus C-Stahl installiert werden. Das heißt: Keine Außenverlegung, keine chemisch aggressive Atmosphäre und kein dauerhafter Eintrag von Sauerstoff in das System. So lassen sich Vor- und Rücklauf von Heizungen problemlos aus C-Stahl herstellen. Heizungen müssen zur Vermeidung von Korrosionsschäden an Bauteilen aus unlegiertem Stahl weitgehend sauerstofffrei betrieben werden (O2 ≤ 0,1 mg/l nach VDI 2035). Besteht die Gefahr, dass sich Wasser auf dem Rohr ablagern kann, muss das System mit einem Korrosionsanstrich nach AGI Q 151 geschützt werden. Das gilt auch, wenn die Rohrleitung im Estrich oder in feuchtem Mauerwerk verlegt wurde. Alternativ bieten wir dazu das Rohrleitungssystem NiroTherm aus Edelstahl mit der Werkstoff-Nr. 1.4301 an.

3. Anschlüsse der C-Stahl-Fittings schützen

Anschlüsse für einen Heizkörper sollten nach Möglichkeit nicht vom Fußboden aus nach oben, sondern über eine Wandanschlussbox mit integriertem Kondenswasserschutz direkt in die Wand geführt werden. Weder Putzwasser noch Feuchte im Mauerwerk können den C-Stahl an den kritischsten Punkten erreichen. Auch hier darf der Korrosionsschutz nicht nachträglich beschädigt werden.

Da Fußboden- und andere Leitungen heutzutage oft mit Mehrschicht-Verbundrohren ausgeführt werden, können sie grundsätzlich eine Quelle für unerwünschten Sauerstoffeintrag darstellen. Entsprechende Rohre mit einer sauerstoffdichten Aluminiumschicht werden jedoch ebenfalls angeboten.

4. Richtige Druckprobe

Die ersten Drucktests sollten mit trockener Druckluft während der geeigneten Bauphasen durchgeführt werden. Erst wenn die Anlage in Betrieb genommen wird, sollte Wasser zum Testen verwendet werden. 

5. Inbetriebnahme

Vor der Inbetriebnahme muss eine Anlage gespült werden. Damit werden loser Schmutz und Fremdkörper, die bei der Montage in das System eingebracht werden, entfernt. In allen Fällen sollte die Spülung und Inbetriebnahme der Anlage nach den Vorgaben des Herstellers erfolgen. Hinweise zur Inbetriebnahme und Spülung finden Sie in CIBSE AM14:2010. 

Die meisten Rohrleitungssysteme aus C-Stahl sind außen oder beidseitig (nicht für Heizung) verzinkt. Diese ca. 7 Mikrometer dicke Schicht bietet einen gewissen (!) Schutz nach DIN EN ISO 2081 (Beanspruchungsstufe 1). Diese Systeme sind somit für eine Installation in warmer und trockener Atmosphäre geeignet. Eine kurzzeitige Befeuchtung hat keine Auswirkung, wenn die Rohrleitungsoberfläche danach schnell abgetrocknet wird.

Vorisolierte Systeme helfen wenig

Auf dem Markt sind inzwischen auch vorisolierte Systeme erhältlich. Allerdings sind dabei nur die Rohre isoliert. Alle Fittings müssen mit hohem Zeitaufwand nachträglich abgedichtet werden. Dabei kann es sein, dass gerade hier Lücken übersehen werden oder die Isolierung der Rohre bei Transport oder Verlegung beschädigt wird - idealer Nährboden für Feuchteangriffe von außen. Zudem ist es oft schwierig, die Verbindungsstellen in engen Schächten sicher zu isolieren, da schlicht kein Platz vorhanden ist.

Wenn eine langanhaltend oder dauerhaft feuchte Umgebung zu erwarten ist, kann als wirtschaftlich und technisch sinnvolle Alternative ein Rohrleitungssystem aus niedrig legiertem Edelstahl wie NiroTherm von SANHA eingesetzt werden. Damit sparen Verarbeiter nicht nur den Zeitaufwand für die Isolierung bzw. sichern sich gegen übersehene Beschädigungen an vorisolierten Rohren ab, sondern sind in jedem Fall auf der sicheren Seite.

Fazit

Mit Rohrleitungssystemen aus C-Stahl können Verarbeiter für Bauprojekte sehr wettbewerbsfähige Angebote abgeben. Wer einige einfache Schritte befolgt, kann das Rohrleitungssystem dauerhaft vor Korrosion schützen. Dazu muss in der Bauphase darauf geachtet werden, dass die installierten Rohre in trockenen Umgebungen gelagert bzw. verlegt sind, dass eindringendes Wasser im Bereich von Rohren frühzeitig erkannt wird, und /oder, dass die Rohroberflächen mit einem wirksamen Korrosionsschutz versehen sind. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen keine neuen Regeln erstellt oder neue Produkte entwickelt werden, sondern lediglich bekannte technische Regeln und Vorgaben der Hersteller berücksichtigt und eingehalten werden.

Rohre und Fittings der Serie SANHA®-Therm

Das Rohrleitungssystem SANHA®-Therm besteht aus dünnwandigem Präzisionsstahl Nr. 1.0034 nach EN 10305-3 hergestellt. Gegen äußere Korrosion sind die Rohre außen galvanisch verzinkt. Die Nennmaße der Bezeichnung entsprechen dem Außendurchmesser der Rohre. Die Installationsrohre werden in Stangen von 3 oder 6 m Länge geliefert. Die Fittings der Serie verfügen über die Sicherheitsfunktion "unverpresst undicht" sowie zur leichteren Handhabung "Push & Stay". Zudem können sie dank "combipress" bis einschließlich 54 mm mit SA-, V- und M-Originalkonturen verpresst werden. So muss kein neues Werkzeug angeschafft werden. Für Hochtemperatur-Anwendungen etwa in der Industrie steht eine Variante mit rotem FKM-Dichtring (ebenfalls bis Abmessung 108 mm) zur Verfügung.