Gasinstallationen
Für die Planung, Erstellung, Änderung und Instandsetzung von Gasanlagen gelten die jeweiligen nationalen Technischen Regeln, Leitsätze und Normen:
in Deutschland
- DVGW-G 600, TRGI 1986/1996
- DVGW-G 600, TRF 1996 (Flüssiggas)
in der Schweiz
- SVGW, Leitsätze G 1
in Österreich
- ÖNORM-G 1, G 2 bzw. G 11
Leitungen innerhalb von Gebäuden und Grundstücken, die für den Transport von brennbaren Gasen nach dem DVGWArbeitsblatt G 260 (z.B. Erd- oder Flüssiggas bzw. Gas-Luft- Gemische) bestimmt sind, müssen nach DVGW-G 600 • TRGI 1986/96 und der TRF 1996 geplant und ausgeführt werden. Die jeweiligen nationalen Abweichungen entsprechend der o. g. Regelwerke sind unbedingt zu beachten. Die Leitungsrohre, Formstücke, Armaturen und Apparate müssen dem Stand der Technik entsprechen, dies wird durch das DVGW-Prüfzeichen bzw. die jeweiligen entsprechenden nationalen Prüfzeichen dokumentiert. Für Gasleitungen innerhalb von Gebäuden können üblicherweise folgende Werkstoffe verwendet werden:
- Kupfer
- Schwarzer und verzinkter Stahl mit Tempergussformstücken
- Edelstahl
Sowohl für Erdgas nach TRGI als auch für Flüssiggas nach TRF ist Kupfer wegen seiner hervorragenden Materialeigenschaften, der am meisten zur Anwendung kommende Werkstoff. Herkömmliche Verbindungstechniken sind Hartlöten, Schrauben und Schweißen. Dabei sollen die Kapillarlötfittings den DVGW-Arbeitsblättern GW 6 bzw. 8 entsprechen. Tempergussfittings müssen das Designsymbol „A“ führen. Die o. g. Verbindungsverfahren werden jedoch mehr und mehr durch die Presstechnik ersetzt. Hierfür bietet sich der Werkstoff Kupfer mit SANHA-Pressfittings aus Kupfer - Serie 10000 - und Rotguss - Serie 11000 - an. Jedoch wird in letzter Zeit auf Grund seiner hohen Festigkeit, aus architektonischen Gründen und wegen seiner hohen Beständigkeit gegen Außenkorrosion immer häufiger gefordert, die Gasleitung aus Edelstahl zu verlegen.
Hierfür steht das SANHA-NiroSan-Presssystem mit SANHA-NiroSan-Pressfittings der Serie 17000 für Gasinstallationen zur Verfügung. Für brennbare Gase nach DVGW-G 262, die nicht der TRGI bzw. TRF unterliegen, können die Serien 17000 oder 18000 verwendet werden.
Pressverbinder müssen nach dem DVGW-Arbeitsblatt VP 614 geprüft sein und zusätzlich zu den üblichen Kennzeichnungen außen, in eingebautem Zustand sichtbar, mit einer gelben Markierung dauerhaft versehen sein.
Für Gasleitungen innerhalb von Gebäuden müssen Pressverbinder die Anforderungen an die höhere thermische Belastbarkeit nach dem DVGW- Arbeitsblatt VP 614 erfüllen. Bei dieser Prüfung wird ein Prüfkörper mit einem Prüfdruck von 1 bar bzw. 4 bar oder 5 bar beaufschlagt und bis zu der Prüftemperatur von 650 °C erwärmt. Nach Einstellen der Beharrungszeit sind über eine Prüfzeit von 30 min die genannten Prüfbedingungen konstant zu halten. Dabei darf die Leckrate, bezogen auf eine einzelne Pressverbindung, den Wert von 30 dm3/h (Stickstoff) nicht überschreiten.
Für das SANHA-NiroSan-Presssystem aus Edelstahl gilt für die höhere thermische Belastbarkeit (HTB) der Betriebsdruck PN 5, dies wird durch die gelbe Kennzeichnung (GT 5) auf dem Pressfitting dokumentiert.
Für außerhalb von Gebäuden verlegte Gasleitungen (freiverlegte Außenleitung) wird keine höhere thermische Belastbarkeit gefordert.Die Pressverbindung ist für erdverlegte Gasleitungen innerhalb von Grundstücken nicht zugelassen. Hier ist die Hartlötverbindung mit SANHA-Kapillarlötfittings zu empfehlen, oder es sind – sofern die Gefahr der mechanischen Beschädigung der Gasleitung besteht – Rohre aus verzinktem Stahl einzusetzen. Im letztgenannten Fall ist die Verwendung der SANHA-Gewindefittings aus Temperguss, verzinkt, zu empfehlen.
